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Ein «Haus des Gesangs» für Mathon

Das Geburtshaus des Komponisten, Liedersammlers und Schriftstellers Tumasch Dolf (1889-1963) in Mathon am Schamserberg ist ein in mehrerer Hinsicht schutzwürdiger Bau: Als Geburts- und Wohnhaus einer wichtigen Person der Regionalgeschichte kommt ihm eine besondere (sozial-)historische Bedeutung zu; als wichtiges Bauvolumen im innersten Dorfkern hat es einen eminenten Wert für das Ortsbild; dazu kommt der hohe Eigenwert: der zwischen 1463 und 1834 in mehreren Etappen stetig erweiterte Bauernhof ist baugeschichtlich und typologisch hoch interessant und hat sich zudem (dank Jahrzenten langem Leerstand) in einer Authentizität erhalten, wie man sie heute bei historischen Bauten kaum mehr antrifft.

Seit rund 20 Jahren steht das Haus Dolf. Nun plant die >Fundaziùn Tgea da tgànt, das historische Gebäude in ein «Haus des Gesangs» umzuwandeln: Es soll als Lokal für Chorproben wie auch für Ausstellungen dienen und zugleich die Einrichtung einer Dokumentationsstelle zum rätoromanischen Liedgut und einer Atelierwohnung ermöglichen.

Das Projekt «Tgea da tgànt» hat das Potential, einen (ge)wichtigen Beitrag zur qualitätsvollen Weiterentwicklung des dörflichen Lebensraums zu leisten, was den Bündner Heimatschutz zur Gewährung einer substanziellen Unterstützung veranlasste. Um die Machbarkeit der geplanten Umnutzung abzuklären, gaben wir in der Startphase 2016 beim Haldensteiner Architekten Michael Hemmi eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, um Antworten auf folgende Fragen zu erhalten: Lässt sich das Haus Dolf in der gewünschten Weise umbauen, ohne das ihm sein Schutzwert verloren geht? Wie kann die Umnutzung unter grösstmöglicher Wahrung der originalen Substanz architektonisch umgesetzt werden? Und schlussendlich: Was kostet ein solches Unterfangen?

Das vom Architekten erarbeitete Vorprojekt hat die grundsätzliche Machbarkeit bestätigt: Herzstück der Anlage ist der Chorsaal, den der Architekt als Neubau an Stelle des alten Stalls stellt. Die Wohnung im Wohnhaus soll renoviert werden; hierzu bedarf es grösserer baulicher Massnahmen, die wertvollen historischen Bauteile allerdings bleiben erhalten. Der Keller des Wohnteils ist zur Archivnutzung vorgesehen. Für die Realisierung des Umbauprojekts wurde ein Finanzierungsbedarf von rund 2.8 Mio. Franken errechnet.

Vorher - nachher

Im Auftrag des Bündner Heimatschutzes hat Ralph Feiner das Haus Dolf in Mathon fotografiert.

In Modellen zeigt der Architekt Michael Hemmi auf, wie die «Tgea da tgànt» sich dereinst präsentieren soll.

Im >Bündner Monatsblatt 1/2018 wird das Projekt «Tgea da tgànt» ausführlich vorgestellt (auch als Separatum erhältlich >pdf).